Am 2. Februar führte die GSUN gemeinsam mit den Partnerorganisationen WTI und CDE der Uni Bern, KOFF, Plattform Agenda 2030 und Après die erste Veranstaltung der Reihe «CH-UNO-Club» durch. Dabei stand die Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 der Schweiz im Zentrum.

Im November 2020 verabschiedete der Bundesrat die Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 (SNE) und eröffnete die Vernehmlassung. Im Rahmen des neu lancierten «CH-UNO-Clubs» stellte die GSUN gemeinsam mit den Partnerorganisationen diese Strategie in den Fokus. Eröffnet wurde die digitale Veranstaltung von Daniel Dubas, Delegierter des Bundesrates für die Agenda 2030. Seine Eröffnungsrede finden Sie hier:

Im Anschluss daran präsentierten fünf Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Wirtschaft Nutzen und Grenzen der SNE aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Kurzimpulse finden Sie hier:

Anna Leissing, Schweizer Plattform für Friedensförderung (KOFF)

Antonin Calderon, APRÈS – le réseau de l’économie sociale et solidaire

Eva Schmassmann, Plattform Agenda 2030

Sebastian Justiniano Birchler, Association Suisse-ONU (ASNU)

Thomas Breu, Centre for Development and Environment der Uni Bern (CDE)

Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen der Veranstaltung wurden anschliessend in Gruppen mögliche Lösungen für die Herausforderungen der SNE diskutiert und im Plenum präsentiert. Dabei zeigten sich folgende Ansätze:

Frieden:

  • Ohne Frieden kann keines der Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Deshalb sollte das SDG 16 viel stärker in der SNE präsent sein.
  • Für die Umsetzung der Agenda 2030 sind gerade Teilhabe und Partizipation die Grundlage. Entsprechende Kompetenzen und Tools aus der Friedensarbeit können genutzt werden.
  • Der Einfluss von Krieg auf den Klimawandel ist drastisch. Dieser Zusammenhang, resp. der diesbezügliche konkrete Nutzen der Friedensarbeit muss hervorgehoben werden.
  • Die Förderung eines Währungssystems, das nicht zum Wachstum zwingt, würde gleichzeitig zu Frieden und allgemein zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen. Diese Komponente fehlt in der SNE.
  • Die Pflege einer Friedenskultur soll als relevanter Punkt in die Strategie aufgenommen werden, Organisationen der Friedensforschung und – förderung verfügen über entsprechende Methoden und Kompetenzen (Dialog, Mediation, Konfliktlösung etc.), die sie einbringen können.

Gesellschaft:

  • Es gibt einen Widerspruch zwischen dem Anspruch, die Agenda 2030 gesamthaft umzusetzen und den fehlenden Themen und Zielen in der Strategie.
  • Die Themen Gesundheit und Bildung sollten eingeschlossen werden, denn auch in diesen Bereichen gibt es Handlungsbedarf in der Schweiz.
  • Besonders im Bereich der Bildung braucht es eine Reform des Bildungssystems, wenn es eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft geben soll.
  • Grundbedürfnisse sind in den Menschenrechten festgeschrieben. Deshalb soll eine Verbindung der Menschenrechte mit der Agenda 2030 hergestellt werden. Damit kann der unverbindliche Charakter der Agenda 2030 aufgebrochen werden. Alle SDGs haben einen menschenrechtlichen oder völkerrechtlichen Hintergrund.

Wissenschaft:

  • Grundsätzlich stellt sich die Frage, was ist Bildung? Es gibt bereits Bewegungen und Investitionen in die Grundbildung für die nachhaltige Entwicklung, aber Bildung muss auch allgemeiner als Teil für die Inklusion der Chancengleichheit etc. angesehen werden. Bildung soll nicht nur als Treiber, sondern als Ziel an sich angesehen werden. Dies schliesst auch ein, dass der Bundesrat kollektives Handeln als einen der stärksten Hebel integrieren sollte.
  • Ebenso steht die Partnerschaft mit der Forschung im Fokus. Wie kann man Interaktionen fördern? über die Infrastruktur, verschiedene Formate, etc.? Könnten Anreizsysteme helfen, damit Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sich aktiv einbringen?
  • Wichtig sind zudem die Fragen, welche Punkte der Strategie realitätsnahe und verfolgungswürdig sind und welche utopisch sind? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung, um diese Punkte zu erreichen?

Participation et Accompagnement Changement :

  • Etat des lieux de ce que la société civile, les citoyen-ne.s font en termes d’outils, de méthodes, de pratiques de l’accompagnement du changement. Identifier les obstacles, leviers pour le soutien public. Exemples outils, pratiques : mouvement de la transition; conversation carbone; gouvernance partagée.
  • Soutenir les formations qui accompagnent les changements donnés par la société civile en Suisse et à l’étranger.
  • Donner du sens/ Empowerment de la population : donner le pouvoir de changer = donner du pouvoir à la population.

Économie :

  • Ce n’est pas la croissance économique qui financera la protection de l’environnement : La neutralité climatique est la condition préalable à toute activité économique et sociale.
  • Financer la transition écologique et sociale avec un revenu écologique de base universel en monnaie locale : à quoi trouvons-nous utile de consacrer notre temps ?
  • Reprendre la stratégie fédérale et y mettre des actions de mise en oeuvre, à l’échelle des région / quartiers et avec l’objectif d’engager les acteurs économiques (citoyen-nes et entreprises.
  • Favoriser l’économie locale, reprendre les initiatives crées pour lutter contre le COVID et aller jusqu’à la création de monnaie locale.
  • Favoriser l’économie participative.

Wir bedanken uns für die engagierte Teilnahme der Redner*innen und Gäste und für die finanzielle Unterstützung der Fondation pour Genève.


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